verfasst: im Oktober 2004

Die "Servitanische Weggemeinschaft" in Buer

 

"Hinausführen ins Weite ist Gottes Lieblingstat - Wir gehen gemeinsam!"

Mit dieser "Überschrift" hat sich vor knapp einem Jahr eine Gruppe von Frauen und Männern im Servitenkloster in Buer zusammengefunden. Anlass dazu war der Wunsch von verschiedener Seite, in Gemeinschaft geistliche Erfahrungen machen zu können und dabei auch eine Nähe zu den Serviten zu haben. Seitdem trifft sich der Konvent einmal im Monat mit einem Kreis von ca. 10-12 Teilnehmerlnnen unterschiedlichen Alters.

 

Begegnung im Klostergarten von Buer
Und folgendes ist uns wichtig:

Servitanische Weggemeinschaft - Wir sind eine Gemeinschaft von Christinnen und Christen, die versucht, ihren Glauben gemeinsam zu leben und zu hinterfragen. Dabei bringen wir unsere Begabungen und Fähigkeiten in die Gruppe ein, so dass die Gemeinschaft gestärkt wird. Jede und jeder einzelne ist dabei wichtig, denn jede und jeder ist mit dem eigenen Lebens- und Glaubensweg einmalig.

 

Wie kann das gehen?

Charakteristisch für unser Tun sind drei Merkmale, die der Spiritualität des Servitenordens entspringen:

  • Gemeinschaftlich - Gerade weil im Alltag vieles im Alleingang geht, gerade weil heute die Vereinzelung im privaten, gesellschaftlichen und religiösen Leben uns allen zu schaffen macht, wollen wir Gemeinschaft pflegen und vertiefen. Wir wollen die Wege unseres persönlichen Glaubens in eine Weggemeinschaft einbringen und miteinander teilen. Dazu gibt es regelmäßige Treffen mit Gebet, Glaubensgespräch und freundschaftlichem Austausch.

  • Dienend - Jede und jeder bringt sich selbst ein mit dem, was sie/er kann. Es kommt nicht darauf an, möglichst die oder der Beste zu sein. Wir dienen einander in dem Sinne, dass wir uns mit unseren Fähigkeiten und Begabungen, aber auch mit unseren Grenzen annehmen und akzeptieren, dass wir voneinander lernen und uns gegenseitig und andere, besonders im geistlichen Leben, zum Wachsen und Blühen verhelfen wollen.

  • Marianisch - So wie Maria stellen wir uns dabei in den Dienst Gottes und der Mitmenschen. Besonders zwei Worte Marias aus dem Evangelium sind uns dabei wegweisend: "Mir geschehe nach deinem Wort". Die Beschäftigung mit dem Wort Gottes und die Frage nach der Aktualität in unserer Zeit helfen uns, wie Maria offen zu werden für den Anruf Gottes. "Was ER euch sagt, das tut". Maria verweist die Menschen immer auf ihren Sohn. Auf Jesus sollen wir hören, auf ihn uns ausrichten. Dazu wollen wir einander helfen und ermutigen. Das Hören auf das Wort Gottes ist für uns die erste Quelle der geistlichen Gemeinschaft. So beschäftigen wir uns in aller Regel mit der Schriftlesung, der "Lectio divina", die in unse­rem Orden eine lange und reiche Tradition hat.

Die Servitanische Weggemeinschaft ist ein wichtiges Element des geistlichen Lebens geworden und greift dabei die alte Tradition der Servitanischen Familie auf. Galt es in früheren Zeiten für den sogenannten "Dritten Orden" die geistlichen Güter des Ordens nach außen hin zu öffnen und andere daran teilhaben zu lassen, so ist es heute viel mehr ein Geben und Nehmen. Durch die Taufe und die Firmung sind alle Christen befähigt, ihren Glauben zu reflektieren und miteinander zuteilen. Daraus erwachsen viele Früchte!

P. Christian M. Böckmann OSM, Prior von Buer